Kompressionbekleidung: zwischen Medizin und legalem Doping
Bekannt aus Krankenhaus und Flugzeug, so könnte man Kompressionsbekleidung wohl vorstellen. Menschen mit Herzproblemen und hohem Blutdruck sind es gewohnt auf langen Flügen oder bei langen Autofahrten die Strümpfe zu tragen. Auch wer länger das Bett hütet, kann sich durch das Tragen der Liebestöter wohl die eine oder andere noch unangenehmere Spritze ersparen. Der Grund: die Durchblutung wird durch den erhöhten Druck auf die Venen verbessert, das Blut kann leichter durch den Körper zirkulieren.
Diesen Trick der in der Medizin schon lange normal ist, machen sich auch immer mehr Sportler zu Nutze. Hier geht es weniger darum lange Flüge zu überstehen ohne eine Thrombose zu erleiden als vielmehr darum die eigene Leistungsfähigkeit durch die kleinen Helferlein von außen auf legalem Weg nochmals steigert. Das Prinzip ist dasselbe wie in der Medizin. Durch Druck von außen soll der Blutfluss von der Muskulatur zurück zum Herzen angeregt werden. Im Gegenzug dafür soll das Herz schneller zur Muskulatur mit Sauerstoff angereichertes Blut zurückpumpen. Der Plan klingt logisch, aber was ist dran?
In Tests wurden erstaunliche Ergebnisse erzielt. Leistungssteigerungen von 2% konnten bei Läufern gemessen werden. Was nicht viel klingt, sind bei einem Marathon schnell mal 5 Minuten. Eine gute Belohnung, ist der Einsatz doch lediglich der die etwas unästhetischen Strümpfe zu tragen.
Einen noch besseren Einfluss allerdings als den der Leistungssteigerung soll Kompressionsbekleidung im Bereich der Leistungsbewahrung, sprich in der Regeneration vorweisen. Durch den beschleunigten Blutfluss sollen Schad- und Giftstoffe schneller aus dem Körper abtransportiert werden. Laktat und andere Stoffe die den Organismus belasten sollen somit ehest möglich aus dem Körper ausgeschieden werden. Ein schnellerer Einstieg ins Training und weniger Beschwerden und Schmerzen sind die erfreuliche Folge der Therapie.
Wer es probieren möchte, kann sich Kompressionsbekleidung vielleicht mal ausleihen. Wer keine Verbesserung verspürt, hat nichts verloren. Wem es allerdings etwas bringt, schneller und billiger als auf diesem Wege wird eine Leistungssteigerung wohl auf legalem Weg kaum möglich sein.
Autor: stma
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