Wenn Brot und Weizenmehl krank machen – Sprue und Intoleranz gegen Gluten

2010/08/14 | Autor: karl krueger | Veröffentlicht in Wellness & Gesundheit

Kein Butterbrot zum Frühstück, keine Spaghetti zum Abendessen? Ungefähr jeder 600. Mitbürger leidet unter der wenig bekannten hiesigen Sprue, ebenfalls als Weizenallergie oder Glutenallergie bekannt. Der in Weizen, Roggen und anderen Getreidearten enthaltene Eiweißkleber Gluten löst bei den Patienten eine Entzündung der Darmschleimhaut aus, was zu einer Zerstörung der Darmzotten führt. Da die Zotten für die Aufnahme von Nährstoffen zuständig sind, kommt es mit der Zeit zu Mangelzuständen und einer Vielzahl von Symptomen, hierunter Müdigkeitszustände, Erinnerungslücken und Gewichtsverlust, trotz mitunter deutlich erhöhter Nahrungsaufnahme.
Eine Heilungsmöglichkeit gibt es für die heute häufig als Zöliakie benannte chronische Erkrankung nicht, die Ursprünge scheinen zumindest mitunter erblicher Natur zu sein. Die Patienten müssen lebenslang eine glutenfreie Ernährung einhalten – nicht zuletzt, um ihr erhöhtes Darmkrebsrisiko zu senken, aber bis es überhaupt zur Diagnose kommt, vergehen oft Monate, oder sogar Jahre. Wie bei anderen Unverträglichkeiten gegen Nahrungsmittel verursacht auch Zöliakie vor allem ungenaue Symptome, die kaum Hinweise auf den Ursprung geben – die Leidenden konsumieren weiterhin trotz ihrer Unverträglichkeit Gluten und schädigen damit unbewusst sich selbst. Deswegen kommt es nicht selten zu Folgebeschwerden wie beispielsweise Milchzuckerintoleranz. Nach der Umstellung auf glutenfreie Ernährung verschwinden die Symptome dennoch meistens nach wenigen Wochen, die Darmschleimhaut braucht dagegen bis zu über einem Jahr, um sich ganz zu erholen. Die Folgestörungen gehen innerhalb dieser Zeit in der Regel zurück, auch wenn Weizenbestandteile in zahlreichen Esswaren eingesetzt werden, stellt eine glutenfreie Diät heutzutage kein unbezwingbares Problem mehr dar. Denn mit der steigenden Anzahl an Patienten hat sich über die Jahre ebenfalls ein spezialisierter Markt gebildet, der mit Spezialprodukten auf die einmaligen Bedürfnisse eingeht. Jedoch betragen die Preise glutenloser Nahrungsmittel häufig das Dreifache handelsüblicher Artikel. In manchen Ländern, darunter der Schweiz, federt eine Behörde die hohen Kosten darum durch einen Lebensmittelzuschuss ab; damit sind auch das morgendliche Käsebrot und der Teller Nudeln kein Wunschtraum mehr.

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