Wenn Brötchen und Mehl ungesund machen – Zöliakie und Unverträglichkeit von Gluten

2010/06/28 | Autor: arturo | Veröffentlicht in Arbeit & Beruf

Nie ein Käsebrot zum Frühstück, keine Nudeln am Abend? Ungefähr jeder 500. Bundesbürger leidet an der kaum bekannten einheimischen Sprue, gleichermaßen als Weizenallergie oder Glutenallergie bekannt. Der in Weizen, Roggen und weiteren Getreidearten enthaltene Eiweißkleber Gluten löst bei den Leidenden eine Entzündung der der Schleimhaut im Darm aus, was zu einer Zerstörung der Darmzotten führt. Da die Zotten für die Aufnahme von Nährstoffen verantwortlich sind, kommt es über einen längeren Zeitraum zu Mangelzuständen und einer Vielzahl von Symptomen, u.a. Ermüdung, Gedächtnisstörungen und Gewichtsverlust, auch im Falle von mitunter stark erweiterter Nahrungsaufnahme.
Eine Heilung gibt es für die heute häufig als Zöliakie bezeichnete chronische Erkrankung nicht, die Gründe hierfür scheinen zumindest zum Teil erblicher Natur zu sein. Die Patienten müssen lebenslang eine glutenfreie Ernährung einhalten – nicht zuletzt, um ihr erhöhtes Darmkrebsrisiko zu senken, allerdings bis es überhaupt zur Diagnose kommt, vergehen meist Monate, oder sogar Jahre. Wie bei anderen Intoleranzen gegen Nahrungsmittel verursacht auch Zöliakie vor allem ungenaue Symptome, die wenig Hinweise auf den Ursprung geben – die Betroffenen konsumieren ohne Einschränkungen trotz ihrer Unverträglichkeit Gluten und schädigen damit ahnungslos sich selbst. Deswegen kommt es in vielen Fällen zu Folgestörungen wie u.a. Intoleranz gegenüber Laktose. Nach der Umstellung auf glutenfreie Ernährung verschwinden die Symptome aber zumeist nach einigen Wochen, die Darmschleimhaut braucht hier aber bis zu über einem Jahr, um sich gänzlich zu erholen. Die Folgeerkrankungen gehen innerhalb dieser Zeit meist zurück, sogar wenn Roggenbestandteile in zahlreichen Nahrungsmitteln eingesetzt werden, stellt eine glutenfreie Ernährung heutzutage kein unüberwindbares Problem mehr dar. Denn mit der wachsenden Anzahl an Erkrankten hat sich über die Zeit auch ein spezialisierter Markt etabliert, der mit speziellen Produkten auf die speziellen Bedürfnisse eingeht. Allerdings betragen die Preise glutenfreier Nahrungsmittel meist das Doppelte handelsüblicher Produkte. In wenigen Ländern, darunter der Schweiz, federt eine Behörde die höheren Kosten daher durch einen Lebensmittelzuschuss ab; so sind auch das abendliche Wurstbrot und der Teller Nudeln kein Wunschtraum mehr.

Kommentare deaktiviert

Autor: arturo

Dieser Autor hat bisher 310 Artikel veröffentlicht. Bald erhalten Sie weitere Informationen zu diesem Autor.

Kommentieren nicht möglich.